Gedenkstätte Synagoge Hennef Geistingen


sanierung

Statische Sicherung und denkmalgerechte Sanierung der ehemaligen Synagoge

 

Bauherr: Stadt Hennef

Standort: 53773 Hennef-Geistingen

Planung: 2023

Ausführung: 10/2023 – 05/2024

Fertigstellung: 2024

Umfang Leistungen: LP 1-9

Informationen zum Projekt

 

Im Auftrag der Stadt Hennef wurde die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in Hennef-Geistingen statisch gesichert und denkmalgerecht instandgesetzt.

Die Synagoge wurde 1862 errichtet und am 10. November 1938 durch Brandstiftung mutwillig zerstört. Nach Aufstellung eines Gedenksteins am Fuß der erhaltenen Mauerreste an der Sövener Straße, wurden das Gelände und die baulichen Reste der Synagoge seit 1979 als Gedenkstätte für die vertriebenen und ermordeten Hennefer Bürger jüdischen Glaubens von der Stadt Hennef erhalten.

Die originale Bruchsteinwand mit halbrunder Apsis auf der Ebene der Sövener Straße bildet das Zentrum der heutigen Gedenkstätte. Die Wand ist Teil der Substruktion des Synagogenraumes, der auf der Ebene der Bergstraße lag und von dort aus zugänglich war. Dieser Bereich des ehemaligen Innenraumes ist heute als von Hecken eingefaßte Grünfläche gestaltet, eine Tafel mit historischen Abbildungen des Gebäudes informiert über die Geschichte des Ortes.

Nachdem die erhaltenen Mauerreste durch die jahrzehntelange Bewitterung, Feuchtigkeit und den von der Hangseite aus wirkenden Erddruck in der Struktur so weit geschädigt waren, dass die Standsicherheit der Stützwand nicht mehr sichergestellt war, mussten die Mauerstrukturen in Abstimmung mit der Denkmalpflege gesichert und denkmalgerecht saniert werden.

In einem ersten Schritt wurde der Aufwuchs von der Mauerstruktur entfernt und die gesamte Stützwand von der Rückseite her komplett freigelegt. Dabei wurden erhebliche strukturelle Schäden im Mauergefüge und eine große Anzahl durch Feuchteeintrag zerstörter Bruchsteine vorgefunden. Zur Sicherung der Standfestigkeit wurde eine im Erdreich liegende Stützwand hinter der historischen Bruchsteinwand errichtet, die zukünftig den Erddruck von der historischen Wand abhält. Die originalen Mauerpartien wurden mit Sandstrahl von Verschmutzungen und gelösten Steinteilen gereinigt und nachfolgend auf der Hangseite abgedichtet, um den Feuchteeintrag aus der Erdverfüllung in die Bruchsteine zu vermindern. Der Hohlraum zwischen der historischen Wand und der neuen Stützwand wurde mit durchlässigem Füllmaterial verfüllt und mit einer Drainage entwässert. Die Sichtseite zur Sövener Straße wurde ebenfalls gereinigt, zerstörte Steine ersetzt und die Mauerstruktur wieder instandgesetzt. In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurden die offenliegenden Mauerkronen durch Grauwacke-Platten abgedeckt.

Die Gedenktafeln und Gedenksteine an der Sövener Straße wurden gereinigt und nach Abschluss der Sanierung wieder an der Wand angebracht. Im oberen, von der Bergstraße aus zugänglichen Teil der Gedenkstätte wurde die Rasenfläche wieder hergestellt, der Bereich wird durch ein Geländer zur Sövener Straße abgegrenzt.

Vor der Apsis wurde ein aus Edelstahl gefertigter Chanukka-Leuchter als neues zentrales Element des Erinnerungsraumes aufgestellt.