Kindertagesstätte Sankt Servatius Winterscheid


bildung / sanierung

Erweiterung 3. Gruppe und Ausbau für U3 Betreuung

 

Bauherr: Gemeinde Ruppichteroth

Standort: 53809 Ruppichteroth-Winterscheid

Bauwerkskosten:  1.100.000 €

Umbauter Raum: 1.950 cbm

Bruttogeschossfläche: 230 qm

Bauzeit: 10/2019 – 06/2021

Fertigstellung: 2021

Ausgeführte Leistungen: LP 1-8

Informationen zum Projekt

 

Die KITA Sankt Servatius bestand bis 2018 als 2-gruppige Kindertageseinrichtung in Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Servatius in Ruppichteroth-Winterscheid. Eigentümer der Liegenschaft ist die Kommune Ruppichteroth.

Aufgrund der ständig wachsenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder ab 2 Jahren, und dem generellen Ausbau des Betreuungsangebotes in den Kommunen, wurde bereits 2015/2016 die Erweiterung der KITA Sankt Servatius in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Nach der Prüfung von verschiedenen Varianten an anderen möglichen Standorten in Winterscheid, wurde unser Büro 2018 mit der Planung und Umsetzung einer Erweiterung der KITA Sankt Servatius durch die Gemeinde Ruppichteroth beauftragt. Dabei wurde zunächst ein Masterplan für die Erweiterung der KITA-Einrichtung auf bis zu 6 Gruppen entwickelt. In einem ersten Schritt erfolgte 2019-2021 dann die Erweiterung um eine Gruppe zu einer 3-gruppigen Einrichtung mit jeweils 2 Gruppen für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren.

Neben der Erweiterung um die 3.Gruppe, umfasste die Planung auch die planungsrechtliche Anpassung und bauliche Sanierung des nicht mehr den aktuellen Brandschutzvorschriften entsprechenden Altbaus aus den 1960er Jahren. Der Altbau der KITA ist ein eingeschossiger, nicht unterkellerter Baukörper mit einer Grundfläche von rd. 400 qm mit einem Tragwerk aus Stahlstützen und Stahlträgern in der Flachdachkonstruktion. Die alten Stahlbauteile verfügen über keinerlei Brandschutz und waren daher für das geforderte Schutzziel von 30 Minuten Standsicherheit im Brandfall unzureichend.

Der Erweiterungsneubau und der Anbau an Gruppe 2 wurden als Massivbau mit einem tragenden Stahlbetonskelett errichtet, als Vorrüstung für eine spätere Aufstockung schließt das Erdgeschoss mit einer entsprechend ausgelegten Stahlbetondecke ab. Zur Sicherstellung des Brandschutzes, sind die neuen Gebäudeteile jeweils durch eine Brandabschnittswand von der Stahlkonstruktion des Altbaus getrennt. Alt- und Neubaubereich bilden genehmigungsrechtlich jeweils eine abgeschlossene Nutzungseinheit, so dass innerhalb der Gebäudeteile keine notwendigen Flure oder Rettungswege mit entsprechenden Einschränkungen für die Nutzung ausgebildet werden mussten.

Die Gebäudefassade wurde mit hoch gedämmten Aluminiumfenstern und mit einem mineralischen Wärmedämmverbundsystem ausgeführt, die Fassadenflächen sind als Putzfassaden ausgeführt, die Fassadenflächen der einzelnen Gebäudekuben wurden in unterschiedlichen Farben ausgeführt und gegeneinander abgesetzt.  Das Gebäude entspricht dem Niedrig-Energiestandard nach EnEV. Der sommerliche Wärmeschutz im neuen Gruppenraum wird durch eine elektrisch gesteuerte, außenliegende Verschattungsanlage sichergestellt.

Die Beheizung erfolgt über Fußbodenheizung, die Wärmeerzeugung erfolgt durch eine Geothermie-Sole-Wärmepumpe. Für die Nutzung der Geothermie wurden 4 jeweils rd. 100m tiefe Geothermiebohrungen unter der Bodenplatte des Erweiterungsneubaus in des tragende Gebirgsgestein eingebracht.